Adoption

Nicht immer geht der Wunsch nach eigenen Kindern in Erfüllung. Eine Alternative ist in diesen Fällen die Adoption eines Kindes. Auch das Bedürfnis nach Versorgung im Alter und erbrechtliche Überlegungen können Anlass dafür sein, eine Person Ihres Vertrauens an Kindes statt anzunehmen.

Was bewirkt die Adoption?

Die Adoption vermittelt der angenommenen Person die Rechtsstellung eines leiblichen Kindes. Zwischen dem Wahlelternteil und dem Wahlkind, sowie dessen zum Zeitpunkt der Adoption minderjährigen Kindern, werden familienrechtliche Beziehungen  begründet. Neben dem Erbrecht entstehen dadurch auch familiäre Obsorgepflichten. Zu anderen Verwandten als dem Wahlelternteil werden keine familiären Beziehungen begründet. Das Verwandtschaftsverhältnis des Wahlkindes zu dessen leiblichen Vorfahren bleibt jedoch bestehen.

Beispiel

Max ist das Wahlkind der alleinstehenden Franziska. Zu Franziskas Vater Bernhard wird durch die Adoption kein Verwandtschaftsverhältnis begründet. Bernhard ist daher rechtlich gesehen nicht der Großvater von Max.

Verstirbt Franziska, so ist ihr Adoptivsohn Max gesetzlicher Erbe. Außerdem ist Max bei Ableben seiner leiblichen Eltern erbbrechtigt. Das Wahlkind erbt daher doppelt. Max beerbt jedoch nicht seinen "Großvater" Bernhard (das ist der Fall, wenn Franziska vorverstorben ist).

Verstirbt der kinderlose Max, kommen nach der gesetzlichen Erbfolge die Eltern zum Zug (2. Linie). Bei Adoptivkindern erben zunächst die Wahleltern, die leiblichen Eltern sind nur erbberechtigt, wenn die Wahleltern nicht erben können oder wollen. Franziska erbt nach ihrem Adoptivsohn Max die Hälfte seiner Verlassenschaft, sie verdrängt die leibliche Mutter. Da es keinen zweiten Wahlelternteil, erbt der leibliche Vater von Max die andere Hälfte.


Voraussetzungen der Adoption

Das Wahlkind kann von einem Ehepaar oder eingetragenen Partnern adoptiert werden, das Kind wird hier von beiden Personen adoptiert. Die Annahme durch Einzelpersonen ist ebenfalls möglich (beispielsweise bei der Stiefkindadoption).

Die Wahleltern müssen mindestens 25 Jahre alt und älter als das Adoptivkind sein.

Die Adoption kommt durch schriftlichen Vertrag zwischen dem Annehmenden und dem Wahlkind zustande. Zur Gültigkeit ist die gerichtliche Bewilligung erforderlich.

Damit die Adoption bewilligt wird, muss zwischen der annehmenden Person und dem Wahlkind eine Beziehung bestehen, die dem Verhältnis zwischen leiblichen Eltern und Kindern entspricht. Ist das noch nicht der Fall, so muss das Gericht davon überzeugt sein, dass eine solche Beziehung in Zukunft  aufgebaut wird. Bei der Adoption einer volljährigen Person muss bereits bei Ansuchen um gerichtliche Bewilligung eine kindschaftsähnliche Beziehung vorliegen.

Bei der Bewältigung des relativ komplizierten Verfahrens und bei den Problemen, die sich dabei ergeben, hilft Ihnen Ihr Notar.

Zu seinen Tätigkeiten gehören:

  • ein umfassendes Beratungsgespräch
  • die Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen (nicht jeder kann jeden adoptieren!)
  • das Verfassen des Adoptionsvertrages
  • das Vertreten der Parteien vor Gericht
  • die Beratung über die erbrechtlichen, obsorge- und unterhaltsrechtlichen Folgen der Adoption

Von der Adoption ist die Namensgebung zu unterscheiden. Sie vermittelt keine familiäre Beziehung sondern gewährt nur das Recht, den Familiennamen des Namensgebers zu führen.