Erwachsenenschutz löst Sachwalterschaft ab

Experten zum Erwachsenenschutz


Die Sachwalterschaft soll dem Schutz der Betroffenen dienen. Oftmals wurde sie jedoch weniger als Schutz für die betroffenen Personen, sondern mehr als Service für den Rechtsverkehr gesehen. Mit dem neuen Erwachsenenschutzgesetz soll jetzt die Interessenslage des Betroffenen im Vordergrund stehen.

„Im gesunden Zustand machen sich jedoch nur wenige Menschen Gedanken über eine Vertretung. Zwar wird die Frage der Vertretung erst aktuell, wenn man seine Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen kann, für die Errichtung einer Vorsorgevollmacht ist es dann aber schon zu spät“,  weiß Notar Klaus Schöffmann. 

Vorsorgevollmacht gestärkt

Die Vorsorgevollmacht bleibt das wichtigste Instrument zur Selbstbestimmung. Mit ihr kann die Personen- und Vermögensvorsorge individuell geregelt werden.

Was ist ein Erwachsenenvertreter?

Das neue Gesetz ermöglicht es Betroffenen, einen oder mehrere gewählte Erwachsenenvertreter bestimmen, wenn er sich nicht mehr selbst um ihre Angelegenheiten kümmern kann und keinen Vertreter (beispielsweise einen Bevollmächtigten) hat. Voraussetzung ist aber, dass die betroffene Person gemindert entscheidungsfähig ist. Sie muss also in Grundzügen verstehen können, welche Bedeutung und Folgen die Bevollmächtigung des gewählten Erwachsenenvertreters hat. Die betroffene Person kann jede ihr nahestehende Person zu einem Erwachsenenvertreter bestimmen – seien es Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn.

Mehr Selbstbestimmung für Betroffene

Das neue Erwachsenenschutzgesetz stellt den betroffenen Menschen in den Mittelpunkt, um Autonomie, Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit möglichst lange zu erhalten. Diese Entscheidungsfreiheit soll auch im Bereich der Personen- und Familienrechte gestärkt werden. Der Aufbau der Vertretungsmöglichkeiten basiert künftig auf vier Säulen mit unterschiedlich weitgehenden Befugnissen – damit soll für jede Situation eine optimale Lösung gefunden werden, um Betroffenen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen.

„Der gewählte Erwachsenenvertreter unterliegt wie der gerichtliche Erwachsenenvertreter der gerichtlichen Kontrolle. Im Rahmen der Vermögensverwaltung ist der gewählte Erwachsenenvertreter rechnungslegungspflichtig, erklärt Schöffmann. „Außerdem ist der Erwachsenenvertreter verpflichtet, dem Gericht jährlich einen Lebenssituationsbericht vorzulegen.“

Validation - respektvoller Umgang

Anstatt mit alten, verwirrten Menschen zu schimpfen oder ihnen rational zu erklären, warum sie ihre Handtasche nicht mit aufs WC zu nehmen brauchen, wird bei der Validation anerkannt, dass die Handtasche einen wichtigen Teil der Identität darstellt, der nicht einfach "aufgegeben" werden kann.

Lesen Sie unter http://www.gesund.at/f/validation mehr dazu.

(externer Verweis)

kurz und bündig

Die Anordnung der Einstellung des Pflegeregersses bedeutet, dass offene Kosten der Heimpflege vom Sozialhilfeträger nicht mehr eingefordert werden können.

Konsequenzen:

- Laufende Verfahren sind einzustellen.
- Pfandrechte können gelöscht werden.
- Im Verlassenschaftsverfahren sind Forderungsanmeldungen nicht zu berücksichtigen.

Für nähere Auskünfte fragen sie ihren Notar!