Das außereheliche Kind

Außereheliche Kinder erben gleich wie ehelichen Kinder. Erbrechtliche Unterschiede zwischen ehelichen und unehelichen Kindern sind seit 1991 abgeschafft. Unter bestimmten Umständen kann der Pflichtteil unehelicher Kinder reduziert werden. Wenn der Verstorbene zu keiner Zeit ein familiäres Naheverhältnis mit seinem Kind hatte, kann der Pflichtteil halbiert werden. Diese Reduktion des Pflichtteils muss im Testament ausdrücklich verfügt werden.

 

Beispiel:
Ein verwitweter Vater hat zwei Kinder. Zur Tochter bestand nie eine Nahebeziehung, sie haben nie im gemeinsamen Familienverband gelebt und auch sonst keinen Kontakt unterhalten. Lediglich Alimentationszahlungen wurden geleistet. Nun soll das Vermögen dem ehelichen Sohn zugewendet werden. Die Tochter soll so wenig als möglich erhalten.  

Im Testament wird daher verfügt:
"Mein letzter Wille! Zum Erben setze ich meinen Sohn XY ein. Meine Tochter YZ, zu welcher nie ein familiäres Naheverhältnis bestanden hat, setzte ich auf den Pflichtteil und verfüge die Halbierung des Pflichtteils (§ 773 a ABGB).   Rudolf Sorglos."

Die Tochter erhält 1/8 des Nachlasses als geminderten Pflichtteil. Ohne Testament bekämen die beiden Kinder je die Hälfte des Nachlasses.



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Bettina Piber

Dr. Bettina Piber

Notarsubstitutin im Notariat Schöffmann

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