Das Testament

Das eigenhändige Testament ist die einfachste Testamentsform. Es kann leicht an geänderte Verhältnisse ange­passt werden. Zu seiner Gültigkeit ist erforderlich, dass es eigenhändig geschrieben und eigenhändig unterschrieben wurde.

In der notariellen Praxis tauchen aber immer wieder Schwierigkeiten mit eigenhändigen Testamenten auf, da hier oft Formfehler unterlaufen, wie z.B. folgender:

Ein Testament wird eigenhändig mit der Schreibmaschine geschrieben und vom Erblasser unterschrieben.

Das Testament ist nichtig und wird in der Verlassenschaftsverhandlung nicht berücksichtigt! Ein eigenhändiges Testa­ment muss mit der Hand geschrieben werden und ist am Ende des Textes zu unterschreiben. Zur zeitlichen Einordnung (es gilt immer das zeitlich letzte Testament) sollten Ort und Datum der Errichtung beigesetzt werden.

Um solche Formfehler und damit die Nichtigkeit Ihres Testaments zu vemeiden, können Sie ihr eigenhändig geschriebenes Testament kostenlos bei Ihrem Notar überprüfen lassen.

Beispiel
Mein Letzter Wille!

Ich, Rudolf Sorglos, Kaufmann, Salmstrasse 3, 9470 St. Paul, setze zum Erben meines gesamten Vermögens meinen Neffen, Rudi Strebsam, Einzelhandelskaufmann, Reinstrasse 23, 9500 Villach, ein.
St. Paul, am 1.1.2004
Rudolf Sorglos


Das fremdhändige Testament muss vom Verstorbenen unterschrieben werden und zusätzlich von drei Zeugen, von denen mindestens zwei gleichzeitig anwesend sein müssen. Diese Zeugen bestätigen mit ihrer Unterschrift, dass die Urkunde den letzten Willen des Erblassers enthält. Die Zeugen unterschreiben das Testament am Ende mit einem auf ihre Zeugeneigenschaft hindeutenden Zusatz. Sie müssen die Identität des Verstorbenen bestätigen können und dürfen nicht befangen sein. Befangen sind Begünstigte sowie deren nahe Angehörige. Am geeignetsten sind außenstehende neutrale Zeugen.

Zur Sicherung der Auffindbarkeit des Testaments sollte dieses bei einem Notar oder bei einem Bezirksgericht hinterlegt werden, die Auffindbarkeit wird dann durch Eintrag im Österreichischen Zentralen Testamentsregister sichergestellt.

Achtung! Ein nicht nach den Formvorschriften errichtetes Testament ist nichtig und im Verlassenschaftsverfahren überhaupt nicht zu berücksichtigen! So kommt es in vielen Fällen zur gesetzlichen Erbfolge.


Die Erstellung eines Testamentes bei einem Notar gibt die Sicherheit, ein formgültiges Testament errichtet zu haben, dessen Auffindbarkeit durch Eintragung (nur der Errichtungsdaten nicht auch des Inhaltes) im Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer sichergestellt ist.

In Zweifelsfällen, zum Beispiel wenn Personen, die unter Sachwalterschaft stehen testieren, ist die Form eines mündlichen Testamentes vor einem Notar (oder bei Gericht) sogar ausdrücklich gesetzlich vorgeschrieben.

Sie können sich durch Testamentserrichtung beim Notar auch sicher sein, dass die Ansprüche der Verwandten (z.B. Pflichtteile!) und die steuerlichen Folgen der Erbschaft durch einen Fachmann überprüft sind.

Die Kosten der Errichtung und Verwahrung eines notariellen Testamentes belaufen sich derzeit auf ca. € 400,-.

Der Gewinn an Sicherheit beträgt in der Regel ein Vielfaches!



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Checklist Testament

Bevor Sie ein Testament errichten sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wen möchte ich nach meinem Tod berücksichtigen?
  • Möchte ich schon vorab Dinge weitergeben? Beispielsweise ein Haus, eine Wohnung?
  • Wie sind meine Familienverhältnisse?
  • Möchte ich einzelne Gegenstände an jemand Bestimmten weiter geben?

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Bettina Piber

Dr. Bettina Piber

Notarsubstitutin im Notariat Schöffmann

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