Kinder

 Das Erbrecht in der 1. Parentel

Kinder aus ehelicher und unehelicher Abstammung werden vom Gesetz gleich behandelt. Das Verwandtschaftsverhältnis muss zu Lebzeiten des Verstorbenen feststehen oder nach dessen Tod gerichtlich festgestellt werden.

Die Verwandten des Verstorbenen erben nach Linien (Parentelen). Eine Linie wird von einem Stammhaupt und seinen Nachkommen oder einem Stammelternpaar und deren Nachkommen gebildet. Die Linien kommen nacheinander zum Zug, d.h. die zweite Linie kann nur erben, wenn aus der ersten Linie niemand zur Erbschaft gelangt, die nähere Linie schließt also die fernere aus (= "jung vor alt").

Zur ersten Linie gehören die ersten Nachkommen des Verstorbenen, also seine Kinder und Kindeskinder. Unter diesen wird die Erbschaft nach Köpfen geteilt. Vorverstorbene Kinder werden durch deren Nachkommen (Kindeskinder = Enkel, Urenkel, ...) repräsentiert. Hinterlassen vorverstorbene Kinder keine Nachkommen, wächst deren Anteil den übrigen Kindern oder deren Nachkommen zu.

Beispiel:

Ein Witwer hinterlässt zwei Kinder. Es ist kein Testament vorhanden. Die beiden Kinder erben nach der gesetzlichen Erbfolge je zur Hälfte. Enkelkinder kommen nicht zum Zug.


Ist eines der beiden Kinder vorverstorben und hinterlässt dieses vorverstorbene Kind wiederum zwei Kinder (zwei Enkel des Verstorbenen), erbt das überlebende Kind die Hälfte und jedes Enkelkind ein Viertel. Sie repräsentieren also das vorverstorbene Kind des Verstorbenen und erhalten gemeinsam so viel, wie das vorverstorbene Kind erhalten hätte.

Ist eines der beiden Kinder kinderlos verstorben, wächst diese Hälfte dem überlebenden Kind zu, sodass dieses zur Gänze erbt.



Neben dem Ehegatten erben Angehörige der ersten Linie zusammen immer zwei Drittel des Nachlasses.

Achtung! Durch bloße Namensgebung wird keine Verwandtschaft begründet. Kinder, die nur den Namen bekommen haben, müssen, damit sie erben können, entweder auch adoptiert oder testamentarisch berufen werden!



Rechtsauskunft

Bettina Piber

Dr. Bettina Piber

Notarsubstitutin im Notariat Schöffmann

Checklist Testament

Bevor Sie ein Testament errichten sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wen möchte ich nach meinem Tod berücksichtigen?
  • Möchte ich schon vorab Dinge weitergeben? Beispielsweise ein Haus, eine Wohnung?
  • Wie sind meine Familienverhältnisse?
  • Möchte ich einzelne Gegenstände an jemand Bestimmten weiter geben?

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